Punk ist tot. Underground ist untergegangen. Mal wieder.
Wie schon so oft, will man heute das Wort „Punk“ gar nicht mehr in den Mund nehmen. Es scheint für Kommerz, Massenfestivals und politische Ideologen aller Couleur zu stehen. Beamte stehen vor Anarchografittis und erklären uns, dass man dem Staat schon gehorchen muss. „Punk“-Bands sind stolz, 10.000e Instagram-Follower zu haben. Ein Konzert mit „Underground“-Bands kostet schon mal 28 €. Was man als Punk von heute unbedingt vermeiden muss, ist, selbst zu denken, eigene Strukturen aufzubauen, gegen den Strom zuschwimmen.
Nur ist es so, dass in Zeiten enormer Umbrüche, dem Aufbau von weltweiten KI‑Strukturen und der umfassenden Digitalisierung, die Verrückten, die Unangepassten und die Rebellen mehr gefragt sind als je zuvor. Punk ist das Gebot der Stunde. Wir sehen gerade dystopische Entwicklungen, die allen Angst machen. Macht und Wissen konzentrieren sich in den Händen weniger US-amerikanischer Tech-Bro-Unternehmen. Überwachung, Manipulation und Krieg. Die einzigen, die einen Gegenentwurf haben, sind die Chinesen. Es kann nicht das Ziel sein, zwischen China und den USA zu wählen.
Wir müssen uns selbst ermächtigen und da kann uns die lange Tradition der D.I.Y.-Undergroundkultur wirklich helfen. Helfen, wieder wir selbst zu sein, helfen, die Dinge wieder in die eigenen Hände zunehmen. Ich bin seit jeher in beiden Feldern zu Hause. Ich betreibe ein D.I.Y.-Musiklabel und mache selbst Musik und Kunst so frei wie möglich. Engagiere mich aber fast genauso lang für freie Software und digitale Strukturen, die uns gehören. (https://undeadnetwork.de/bookstack/books/radical-enlightenment-a-world-of-open-sources-translation)
Wenn wir uns besinnen, unsere Stärken nutzen und nicht nur vor lauter Angst alles ablehnen, dann können wir die Weltherrschaft an uns reißen. So wie wir es immer gemacht haben. Do It Yourself – PUNKS NOT DEAD!