Das „Dieselben Leute“ Argument

Irgendwie fällt ja auf, dass seit der Massendigitalisierung die Standards der menschlichen Kommunikation aufgehoben sind. Beleidigung, Unterstellung, Hass sind völlig normal. Alle bezeichnen die jeweils anderen als Nazis, darunter geht es gar nicht. Und wenn man das gemacht hat, hat man einfach recht. Benötigt man keine Argumente mehr. Dialektik? Widerstreit der Gegensätze? Brauchen wir nicht mehr. Gut Heraklit hat schon 600 v.u.Z bewiesen, dass so nur Menschen sprechen, die sich noch nicht vom Tierreich gelöst haben. Die anderen erkennen die Dialektik schon an, ist ja ein Zeichen des emanzipierten Erwachsenseins.

Eins der beliebtesten Nichtargumente ist das „Dieselben Leute“ Argument. Wird ständig benutzt. Sagt gar nichts. Man verbindet zwei Sachen völlig zusammenhangslos und ohne das zu beweisen (zu können), um eine eigene Meinung durchzusetzen, für die man aber offensichtlich keine schlüssigen Argumente hat. Entweder, weil man dazu nicht fähig ist oder weil es keine gibt.

Die Leute: „Ich trage keine weißen Socken und Sandalen.“

Dieselben Leute: „Hundebabys müssen ertränkt werden!“

Ergo, wer keine Sandalen trägt, tötet Hundebabys… Ich denke ernsthaft über einen präventiven Atomschlag nach. Flächendeckend.