Der äußere und der innere Feind – Grundlage jedes Genozides und Holocausts

Es sind viel Bücher geschrieben worden, nach dem 2. Weltkrieg, wie es wohl sein konnte, dass sich so viele Eichmänner und Eichfrauen gebildet haben. Das Morden und Hass zu einer ganz normalen, mehrheitstauglichen Idee entwickelt haben. Dazu ist die völlige Entmenschlichung bestimmter Gruppen notwendig. Es wird ein innerer und ein äußerer Feind benötigt. Im deutschen Faschismus dieser Zeit war der äußere Feind der Bolschewist, der Russe, der Sowjetbürger .. der war einfach nur ein Tier da brauchte man gar nicht um die Ecke denken .. den konnte man einfach mit nem Knüppel erschlagen. Was ja dann auch min. 27 Millionen mal gemacht wurde.

Schwieriger wird es beim inneren Feind. Den muss man erst aufwendig entmenschlichen. Den muss man erst zum Schädling der Volksgemeinschaft machen. Dann klappt es auch mit den Lagern.

Harald Welzer: Täter. Wie aus ganz normalen Menschen Massenmörder werden. S. Fischer Verlag, Frankfurt am Main 2005
ISBN 9783100894311