Querdenker: Der linke Kampf gegen sich selber

Querdenker ist ja eigentlich eines der schönen deutschen Wörter. In den letzten Monaten wurde es zu einem Schimpfwort, ein Schimpfwort was viele sich links oder antifaschistisch verortende Menschen gegen ihre vermeintlichen Gegner benutzen.  Nun ist es aber, in dem Kontext, in dem es benutzt wird, eben genau das nicht: antifaschistisch und links. Emanzipatorisches Denken muss immer, konsequent von der kritischen Theorie ausgehen (das wissen wir spätestens seit ’45). Das heißt, es muss IMMER alles hinterfragt werden! Die Frage ist nicht, denkt jemand falsch, sondern die Frage ist, inwiefern ist der Staat, Nation oder Kapital darin verwickelt und welchen Vorteil ziehen sie für den Kampf daraus. Denn das sind unsere Feinde. Jeder anarchistische Kampf, der nicht gegen Staat, Nation und/oder Kapital gerichtet ist, ist schlicht keiner. Querdenker, das als Gummiwort für praktisch jede Art von Andersdenkenden benutzt wird, kann sich niemals gezielt gegen die Reaktion stellen. Weil es ohne kritisches Denken keine Chance hat, eine Waffe gegen den Feind zu sein. Schlimmer noch, es hilft ihm eventuell sogar. Und so wird aus einem diffusen Querdenker schnell ein gezielter Querschläger .. direkt ins Resthirn.